Betroffene 2 MuttertrinktAlkohol

Die Wirkung von Alkohol für das Ungeborene

Alkohol ist ein Zellgift, das sich in jeder Phase der Schwangerschaft schädigend auf alle Organe und Organsysteme des Ungeborenen auswirken kann. Bislang galt das Augenmerk der Öffentlichkeit den sogenannten Drogenbabys (Crack-Babys). Die großen Schäden, die durch Nikotin und Alkohol beim ungeborenen Baby hervorgerufen wurden, wurden vielfach übersehen.

Der Alkohol, den die werdende Mutter aufnimmt, durchdringt ungehindert die Gebärmutterschranke, so dass der sich entwickelnde Fötus in kürzester Zeit denselben Blutalkoholspiegel hat wie die werdende Mutter. Es besteht kein Unterschied, ob das Ungeborene sich in der Fetalzeit befindet oder sich bereits zu einem Embryo entwickelt hat. In beiden Phasen ist das Ungeborene unfähig, mit seiner unreifen Leber den Alkohol selbständig abzubauen, und braucht so dafür die zehnfach längere Zeit als die Mutter. Eine sichere Alkoholgrenze, bei der keine Schädigungen auftreten, gibt es nicht! Nicht nur alkoholkranke Frauen können ihr Kind schädigen!

 

Mangel an Vorsorge

In den Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft wird allgemein nach Drogen und Nikotin gefragt, nicht jedoch nach Alkohol. Häufig besuchen auch alkoholabhängige Mütter keine Vorsorgeuntersuchungen, andererseits wird der Konsum von Alkohol gern verschwiegen oder bagatellisiert. Alkoholschäden bei Kindern werden noch immer nicht in ihrer ganzen Tragweite, auch nicht in ihrer gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Bedeutung erfasst. Im Interesse des Kindes wäre zu wünschen, dass eine werdende Mutter mit Alkoholproblemen wenigstens für die Zeit der Schwangerschaft alkoholfrei leben könnte, notfalls unter stationären Bedingungen wie z.B. in der Bernhard-Salzmann-Klinik.