FAQ

1) Was ist das Fetale Alkoholsyndrom?

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist eine Schädigung des Kindes, die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entsteht.

2) Was sind die äußeren Merkmale?

Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafte Muskelentwicklung, typische Gesichtsveränderungen (schmale Lidspalten, kurzer Nasenrücken, Hautfalte am inneren Augenwinkel, schmales, mangelhaft ausgeformtes Lippenrot). Fast fehlendes Philtrum: Die Mittelrinne zwischen Nase und Oberlippe ist kaum ausgebildet.

3) Um so ein Kind zu bekommen, muss man süchtig sein, oder?

Solche Denkweisen sind gefährlich! Denn auch das Gewohnheitstrinken oder gelegentliches "zuviel trinken" bei festlichen Anlässen kann bereits Schäden verursachen. Davon sind jährlich etwa 10.000 Kinder betroffen! (Löser 1999)

4) Wieviel Alkohol darf eine schwangere Frau trinken?

Kein Blutalkoholspiegel hat sich bisher wissenschaftlich als unbedenklich erwiesen. (Löser 1999) Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Frauen demnach völlig auf Alkohol verzichten!

5) Wie sieht die Zukunft solcher Kinder aus?

Selbst Kinder mit einem „leichten“ Fetalen Alkoholsyndrom besuchen später häufig keine Regelschulen. (Siehe sekundäre Behinderung durch FAS) Sie leiden lebenslang unter Beeinträchtigungen und sind in vielen Bereichen auf Betreuung angewiesen.

6) Was kann ich dagegen machen?

Sie können z.B. unser Gesundheitsministerium anschreiben und fragen, warum es hier in Deutschland keine Warnung auf Flaschen gibt - und dies, obwohl Deutschland an der Weltspitze des Alkoholkonsums liegt. Sie können auch an das Europäische Parlament schreiben und die Petition des Vereines FASD Deutschland e. V. unterstützen. Und Sie können FASD Deutschland e. V. beitreten und die Öffentlichkeitsarbeit hier in Deutschland unterstützen!

7) Sind Kinder mit FASD stärker suchtgefährdet als andere Kinder?

Es muss davon ausgegangen werden, dass eine erhöhte Gefahr für eine Suchtentwicklung besteht, da die frühe Gewöhnung des Kindes an ein Suchtmittel eine Suchtentwicklung begünstigen kann. Ebenso können genetische und soziofamiliäre Faktoren eine Suchtentwicklung unterstützen, da häufig die Alkoholabhängigkeit bei den Eltern das Kind früh in Kontakt mit Alkohol bringt. Darüber hinaus sind FASD-betroffene Menschen oft unkritisch und haben eine eingeschränkte Fähigkeit zur Selbststeuerung. Sie sind somit besonders anfällig für ein Suchtverhalten.

8) Beeinflusst das Trinkverhalten der Väter FASD?

Bis heute hat sich die Forschung fast ausschließlich auf Risiken für den Fetus konzentriert, die durch mütterlichen Alkoholkonsum entstehen können. Doch haben viele Studien gezeigt, dass die Kinder von männlichen Alkoholikern oft gestörte intellektuelle Fähigkeiten haben und meist hyperaktiver sind als die Kinder nichttrinkender Väter. Diese Befunde lassen sich auch anhand von Adoptionsstudien stützen. Danach ist es gesichert, dass gestörte kognitive Fähigkeiten und Hyperaktivität nicht ausschließlich auf das soziale Umfeld zurückzuführen sind. Die Daten legen nahe, dass das väterliche Trinkverhalten einen Einfluss auf die Entwicklungschancen des Kindes hat - wenn auch nicht direkt über Mutterkuchen und Nabelschnur. Auch Tierversuche demonstrieren, dass die Nachkommen alkoholisierter männlicher Tiere eine geringere Überlebensfähigkeit und bei der Geburt Reifedefizite aufweisen. Allerdings wirkt der väterliche Alkoholkonsum nicht direkt auf den Fetus ein, sondern verschlechtert vielmehr die Qualität der Samen. Einiges deutet darauf hin, dass stark alkoholtrinkende Väter ihren Nachkommen durch deformierte Samen Schaden zufügen können.

9) Wie viele Frauen trinken in der Schwangerschaft Alkohol?

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren (DHS) trinken mehr als 80 Prozent der Mütter in der Schwangerschaft mehr oder weniger Alkohol und nur sechs Prozent der Frauen leben vollständig abstinent. Eine schwedische Studie zeigte anhand eines standardisierten Fragebogens, dass etwa 30 Prozent der Schwangeren im Schwangerschaftsverlauf regelmäßig und sechs Prozent der Schwangeren mehr als zweimal im Monat Alkohol konsumieren.