LEBEN mit FASD

FASD in allen Altersstufen

Ein Mensch mit der Diagnose FASD durchlebt in allen Altersstufen Schwierigkeiten verschiedener Art, die zwar auch bei gesunden Menschen vorkommen können, aber: bei Menschen mit FASD sind diese Schwierigkeiten extrem ausgeprägt und weisen auch kaum Besserungen nach therapeutischer Hilfe auf. (Ann Gibson, † 2004, FASD Deutschland e.V.)

Leistungsdruck ist für Menschen mit FASD lebenslang kontraproduktiv.

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FAQ

Was sind Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD)?

Fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD) ist der Oberbegriff für alle Schädigungen des Kindes, die durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft entsteht.

Die Diagnostik der FASD erfolgt nach der S 3 Leitlinie FASD (Stand Juni 2016)

  • Wachstumsauffälligkeiten
  • Faciale Auffälligkeiten
  • ZNS (Zentrales Nervensystem) Auffälligkeiten
  • Bestätigte oder nicht bestätigte Alkoholexposition

Die Diagnose FAS (Fetales Alkoholsyndrom) wird gestellt, wenn in allen drei der oben genannten Bereiche Auffälligkeiten vorliegen. Diese Diagnose, auch Vollbild genannt, kann auch gestellt werden, wenn keine genaue Alkoholanamnese vorliegt.

Für die Diagnose pFAS (partielles Fetales Alkoholsyndrom) müssen sich in zwei der drei oben genannten Bereiche Auffälligkeiten zeigen und eine Alkoholexposition in der Schwangerschaft vorliegen.

Alkoholbedingte neurologische Entwicklungsstörungen (ARND = Alcohol Related Neuro-developmental Disorders) werden nur bei gesicherter Alkoholexposition während der Schwangerschaft diagnostiziert. Die Dysfunktionen des Nervensystems, wie z.B. eine Teilleistungsstörung, stehen im Vordergrund, da keine körperlichen Merkmale wie die typischen Gesichtsveränderungen oder Minderwuchs vorliegen.

Was sind die äußeren Merkmale?

Äußere Merkmale zeigen sich nur bei 30% der betroffenen Menschen: Kleinwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, mangelhafte Muskelentwicklung, typische Gesichtsveränderungen (schmale Lidspalten, kurzer Nasenrücken, Hautfalte am inneren Augenwinkel, schmales, mangelhaft ausgeformtes Lippenrot). Fast fehlendes Philtrum: Die Mittelrinne zwischen Nase und Oberlippe ist kaum ausgebildet.

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Um so ein Kind zu bekommen, muss man süchtig sein, oder?

Solche Denkweisen sind gefährlich! Denn auch das Gewohnheitstrinken oder gelegentliches “zu viel Trinken” bei festlichen Anlässen kann bereits Schäden verursachen. Davon sind jährlich etwa 177 von 10.000 Kindern betroffen! https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Tausende-Babys-durch-Alkohol-geschaedigt-253647.html abgerufen am 30.10.2020 11 Uhr

Nur ein Schluck Alkohol kann das Leben Ihres Kindes beeinflussen!

Wie viel Alkohol darf eine schwangere Frau trinken?

Eine sichere Alkoholgrenze, bei der keine Schädigungen auftreten, gibt es nicht. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Frauen demnach völlig auf Alkohol verzichten!

Wie sieht die Zukunft solcher Kinder aus?

Kinder mit FASD haben häufig große Probleme (z.B. Lern- und Verhaltensauffälligkeiten). Sie leiden lebenslang unter ihren Beeinträchtigungen und sind in vielen Bereichen auf Betreuung und Hilfen angewiesen.

Was kann ich dagegen machen?

Sie können selbst darauf achten, keinen Alkohol in der Schwangerschaft zu trinken, und auch ihr Umfeld darauf hinweisen. Sie können z.B. unser Gesundheitsministerium anschreiben und fragen, warum es hier in Deutschland keine Warnhinweise auf Alkoholika und alkoholhaltigen Nahrungsmitteln gibt – und dies, obwohl Deutschland mit an der Weltspitze des Alkoholkonsums liegt. Und Sie können FASD Deutschland e. V. beitreten und die Öffentlichkeitsarbeit hier in Deutschland unterstützen!

Sind Kinder mit FASD stärker suchtgefährdet als andere Kinder?

Es muss davon ausgegangen werden, dass eine erhöhte Gefahr für eine Suchtentwicklung besteht, da die frühe Gewöhnung des Kindes an ein Suchtmittel eine Suchtentwicklung begünstigen kann. Ebenso können genetische und soziofamiliäre Faktoren eine Suchtentwicklung unterstützen, da häufig die Alkoholabhängigkeit bei den Eltern das Kind früh in Kontakt mit Alkohol bringt. Darüber hinaus sind Menschen mit FASD oft unkritisch und verleitbar und somit besonders gefährdet, eine Sucht zu entwickeln.

Beeinflusst das Trinkverhalten der Väter FASD?

Bis heute hat sich die Forschung fast ausschließlich auf Risiken für den Fetus konzentriert, die durch mütterlichen Alkoholkonsum entstehen können. Doch haben viele Studien gezeigt, dass die Kinder von männlichen Alkoholikern oft gestörte intellektuelle Fähigkeiten haben und meist hyperaktiver sind als die Kinder nichttrinkender Väter. Diese Befunde lassen sich auch anhand von Adoptionsstudien stützen. Danach ist es gesichert, dass gestörte kognitive Fähigkeiten und Hyperaktivität nicht ausschließlich auf das soziale Umfeld zurückzuführen sind.

Die Daten legen nahe, dass das väterliche Trinkverhalten einen Einfluss auf die Entwicklungschancen des Kindes hat – wenn auch nicht direkt über Mutterkuchen und Nabelschnur. Auch Tierversuche demonstrieren, dass die Nachkommen alkoholisierter männlicher Tiere eine geringere Überlebensfähigkeit und bei der Geburt Reifedefizite aufweisen. Allerdings wirkt der väterliche Alkoholkonsum nicht direkt auf den Fetus ein, sondern verschlechtert vielmehr die Qualität der Samen. Einiges deutet darauf hin, dass stark alkoholtrinkende Väter ihren Nachkommen durch deformierte Samen Schaden zufügen können.

Wie viele Frauen trinken in der Schwangerschaft Alkohol?

Fast jede zehnte Frau weltweit trinkt in der Schwangerschaft Alkohol. In Deutschland sind es im Schnitt sogar 26 von hundert Frauen – also mehr als jede Vierte. Das ist das Ergebnis der ersten weltweiten Studie zum Trinkverhalten in der Schwangerschaft und den gesundheitlichen Folgen für das Kind.

Svetlana Popova vom Centre of Addiction and Mental Health in Toronto und Kollegen haben Daten aus fast 400 Studien ausgewertet. Erfasst wurde jeglicher Alkoholkonsum von Schwangeren – egal in welcher Menge. Fälle, in denen die Frauen noch nicht von ihrer Schwangerschaft wussten, rechneten die Forscher, wenn möglich, heraus. Zudem werteten die Wissenschaftler aus, wie häufig Trinken in der Schwangerschaft zu schweren Gesundheitsschäden beim Kind führt.

https://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/schwangerschaft-und-alkohol-jede-zehnte-schwangere-in-deutschland-trinkt-a-1130321.html – abgerufen am 30.10.2020 11:30 Uhr

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